
Tag-314 400 km geradeaus durch das argentinische Chaco
Als um kurz vor 8 Uhr die Sonne aufgeht ist es noch angenehm warm mit 20 Grad.
Kaffee, Frühstück, Rechnung überweisen, noch ein paar Daten sichern, anfangen zusammenpacken ...und dann werden wir runter geschmissen.
Um 10:08 Uhr komm die Betreiberin mit ihrem Mann im Schlepptau an und erklärt, dass wir den Platz sofort verlassen müssen oder nochmal zu bezahlen haben. Vom Freundlichkeit auch keine Spur mehr. Möglicherweise wurde uns dies gestern ja mitgeteilt ...ging dann aber im spanischen Redeschwall unter. Und wenn das so wichtig ist, hätte sie es uns mit dem Google-Übersetzer gestern, wie andere eher unwichtige Dinge auch, übersetzen können.
Kunzi entschuldigt sich noch und meint, dass wir in 20 Minuten weg sind. Die beiden drehen sich wortlos um und gehen. Stattdessen kommt nun ein Arbeiter und nimmt uns den Schlüssel ab ...Toilette und Zähneputzen für Kunzi ist hier nun auch passé. Der Arbeiter bleibt bei uns stehen, bis wir den Hof verlassen.
So etwas selten dämliches und hohles haben wir in unserem Camperleben selten erlebt. Keine Ahnung, ob die sich nicht denken können, dass eine Bewertung für das Hotel (Don Alfonso in El Quebrachal) nun wohl kaum positiv ausfallen wird.👎👎😠 Achja, wir waren die einzigen „Gäste" hier. Das macht die Sache ja noch affiger.
Wir fahren auf der RN16 weiter und halten gleichmal im Dorf an einem kleinen Laden.
Viel gibt’s nicht ...auch kein Toastbrot ...das stand schimmlig im Regal🙄
Ein paar Kilometer weiter biegt die Straße nach Osten ab ...ab hier geht’s nur noch geradeaus. Die einzigen Bogen die jetzt noch kommen führen um Dörfer herum.
Anfangs gibt’s noch große Maisfelder ...soweit wir das erkennen können ...soviel kann man nicht sehen, da links und rechts Busch und Baumreihen in 50 m Abstand zur Straße sind. Man könnte jetzt meinen, man kann hier super (und einschläfernd) vor sich hin tuckern aber leider erfordert die Straße volle Konzentration. Weil eins können die Argentinier nicht ...Straßen bauen. Immer wieder tauchen mehr oder weniger große Schlaglochfelder auf ...viele wurden schon x-mal geflickt und an denselben Stellen bröselt es auch immer wieder ...und zwar nicht nur ein bisschen, sondern oft sind das riesige und tiefe Krater. Irgendwann wird’s so schlimm, dass man kaum noch ausweichen kann ...die Geschwindigkeit ist nun nur noch bei 40 - 50 km/h. Bei einem riesigen Loch quer über 3/4 der Fahrbahn verschiebt es dann auch die Kabine trotz Vollbremsung mit quietschenden Reifen☹️👎
Es gibt auch Abschnitte, da wurde eine neue Schicht drüber asphaltiert ...so dilettantisch, dass sich diese aber an unzähligen Stellen wieder von der unteren ablöst.
Tiefe Spurrillen ohne Ende gibts auch, die vielen LKW's haben wohl eine viel zu hohe Achslast hier.
Jedenfalls sind die Hauptstraßen im ärmsten Land in Südamerika ...Bolivien ...dagegen ein Traum.
Achja, die LKW's sind hier mal reichlich hässlich. Amis gibts hier gar keine mehr und wenn's nicht gerade Kurzhauber sind, wie z.B. dieses unsägliche Design-Wunder Mercedes Atron🤮, haben die meistens nur kleine Fahrerhäuser. Das wirkt dann immer wie ein Truck mit Schrumpfkopf😁.
Wir kommen bis zum Städtchen „Presidencia Roque Sáenz Peña". Die liegt bereits in der Provinz Chaco. Das Chaco ist eine weite und flache Savannenlandschaft. Der größte Teil davon liegt in Paraguay. Hier gibt’s viel Holzwirtschaft, und hier wird auch noch geköhlert, wie im letzen Jahrhundert. So kommen auch diverse mit Holz beladene Trucks entgegen. Und von genau so einem fliegt ein großer Stein in unsere Scheibe. Keine Ahnung ob wir nun einen Glasschaden haben. Innen kann man an einer Stelle einen Fleck erkennen und auch erspüren ...von außen nicht. Im vermutlich ganzen Rest der Welt ist das bestimmt keinerlei Problem ...aber wir wohnen ja in Deutschland🙄
In Peña geht's auf in den örtlichen Municipal/Park ...10000 Pesos kostet's pro Person ...vermutlich müssen wir als „Extranjero" das doppelte bezahlen. Bei spanischsprachigen Gästen auf iOverlander waren es vor 2 Monaten nur 5000 pro Person.
Das Personal ist freundlich und wir haben den Park auch für uns alleine. Der bietet neben Kinderspielplatz auch Trim-Dich-Geräte. Überhaupt scheint man in Argentinien auf Fitness aus zu sein. Soviel Radfahrer und Jogger wie hier, haben wir auf der ganzen Reise bisher nicht gesehen.
Es gibt saubere Toiletten und heiße Duschen. Der Platz ist schön. Was will man mehr ...vielleicht keine Moskitos🙄. Die gibt’s zu Hauf. Jeder cm2, der nicht mit Mückenschutz (je mehr DEET (Diethyltoluamid) desto besser) eingesprüht wird, wird attackiert. Die Räucherspirale ist, wenn nicht eh völlig nutzlos, maximal ein Tropfen auf den heißen Stein. Dazu kommen noch beißende Fliegen.
Heute gibt's Tortellini mit Bolognese-Sauce ...das taugt zum Glück richtig was😋.
Noch Video glotzen und dann schlafen wir auch bald ein. Bis zu schwül warmen 32 Grad gab's heut. Unter 26 Grad gehen auch die Temperaturen nachts nicht.
Sibi am 5.5.






























Route:

(Hintergrundkarte © OpenTopoMap (CC-BY-SA))