Tag-78 Leben & Tod

 

Um 5 Uhr klingelt Kunzis Wecker und es heißt raus aus den Betten. Wir fangen an zu packen. Ein Blick auf mein Handy zeigt 4:38 Uhr ...na super🙄😕 ...Kunzis Handy hat die Zeit wieder nicht umgestellt auf Alaskazeit.

Wir fahren zur 5 km entfernten „Fish Creek Wildlife Observation Site" die im Tongass-Nationalforest liegt.

Davor gibts direkt einen kleinen Parkplatz an der Straße. Ziemlich klein für den Reinschi mit Hängerle. Drüben auf der anderen Seite plätschert‘s komisch ...Kunzi will über die Straße um zu schauen, wird aber sofort von einer Rangerin zurückgepfiffen die energisch darauf hindeutet das wir sofort von der Straße runter und den ein Eingezäunten Steg auf der Parkplatzseite benutzen sollen. Öhmmm ...ohhhkay 🙄.

Wir sitzen nochmal ins Auto ist ja noch weit vor 6 Uhr ...der offiziellen Öffnungszeit. Wir lesen die zahlreichen Schilder ...auf dem Parkplatz ist eigentlich alles verboten. Man soll, wenn überhaupt, im geschlossenen Fahrzeug essen, Kochen ist grundsätzlich verboten usw. Auch auf der Straße darf man nicht laufen, weil hier manchmal Grizzlys langkommen.

Kunzi merkt noch an das da noch ein Parkplatz kommt ...wir wechseln auf den ...die Plätze sind hier auch für längere Fahrzeuge geeignet. Hier beginnt auch der eingezäunte Steg.

Nach 2 Kaffee wirds langsam Zeit zum Vorgehen. Ich zieh grad meine Schuhe an da hör ich wieder ein „Hey Hey" hinter mir ...Wir und auch noch 2 andere werden, wieder energisch von einem Ranger zum ihm auf den Steg her gewunken. Kunzi hat aber noch keine Schuhe an und das geht auch nicht in 2 Sekunden und so kommt der Ranger zu uns gelaufen ...mit Bärenspray im Anschlag😮 ...Huch.

Den Grund erfahren wir auch gleich. Am Parkplatz geht direkt ein Flusslauf 2 m tiefer lang, den man aber hier nur an wenigen Stellen, aufgrund Bäume und Gebüsch, einsehen kann. Und just in dem Moment während wir grad unsere Schuhe anzogen ist da ein Grizzly im Flussbett langelaufen. Leider vom Observationszentrum weg und so sehen wir ihn nicht mehr😢.

Es war auch noch ein anderer Grizzly da ...Vorhin als wir am ersten Parkplatz standen ist auf der anderen Seite einer den Fish Creek hochgelaufen. Natürlich haben wir auch den nicht gesehen Hmpf😞

 

Den Grund für den üblen Gestank hier, der uns bereits beim herfahren in die Nase gestiegen ist, sieht man dann sofort vom Steg aus.

Viele tote Lachse liegen hier am Ufer oder bleiben an Steinen hängen. Grund dafür sind nicht die Grizzlys, sondern ein großteil der Lachse stirbt hier nach dem Ablaichen an Erschöpfung. Nach einem, je nach Lachsart, 2-5-jährigen Leben im Ocean kommen sie im August und September hierher zurück, dem Ort ihrer Geburt, um die Fischeier im seichten kiesigen Grund zu verbuddeln und zu befruchten.

 

Nirgends liegt neues Leben und Tod so dicht beisammen wie hier.

 

Die Flussläufe quellen hier über vor Lachsen ...laut den Rangern sind's allein bei den kleinen Pink-Salmon über 200000 dieses Jahr hier.

Es kommen hier drei Lachsarten vor: der Coho-, der Pink- und der Chum-Salmon. Dabei wird der Chum-Salmon bis zu 18 kg schwer und bis zu über einem Meter lang.

Lachse sind übrigens auch die einzige Fischart die in Salz- und Süßwasser überleben kann.

Für Bären ist das natürlich während dieser Zeit ein Schlaraffenland.

Die futtern sich den dringend benötigten Speck für den harten Winter an, der hier bereits im Oktober beginnt.

 

Das Observationszentrum liegt im Schatten und durch das kalte Wasser von den Bergen ist es so Arschkalt hier, dass wir gleich noch die Jacken über die Pullis ziehen. 🥶

Auch andere sind dick eingemummelt auf den Steg ...es werden Kameras mit riesigen Objektive gezückt und Stative aufgebaut ...damit kann man wahrscheinlich dem Adler auf dem Gipfel des nächsten Berges direkt ins Auge gucken🙄

Es hilft alles nichts ...kein Bär, weder Schwarzbär noch Grizzly will sich mehr zeigen😢.

Es gibt keine Regelmäßigkeit für Bärenbesuch. In der Morgens- oder Abenddämmerung sind die Chancen aber wohl am höchsten.

Wir halten es fast 4 Stunde bei Eiseskälte und dem Gestank aus. Erst kurz vor 10:00 Uhr schafft es dann auch mal die Sonne hierher. Immerhin sah die „Blaue Lagune" dort während des Morgens unglaublich Mystisch aus🙂👍

 

 

Für uns gehts erstmal weiter zum Salmon-Gletscher. Der liegt in Kanada ist aber nur über die Straße hier durch Hayder erreichbar. Die Straße wird auch gleich zur staubigen Piste die sich als einzige Schlaglochorgie erweist.

Für die 27 km bis zum Viewpoint brauchen wir lang. Es geht steil aufwärts und neben der Piste oft steil bergab.

Dafür wird man oben mit einem absolut grandiosen Panorama auf den Salmon-Gletscher belohnt.👍👍😃

 

 

Es geht irgendwann über dieselbe üble Piste zurück und wir stoppen nochmal beim Observationszentrum. Dort bleiben wir nochmal über 2 Stunden ...aber haben leider immer noch kein Glück.

Immerhin ists jetzt warm und sonnig genug fürs T-Shirt.

 

Wir verlassen Hayder zurück nach Stewart auf kanadischer Seite. Am Zoll ist alles gesperrt und niemand zu sehn ...öhm??? ...wir steigen aus ...da kommt eine „nicht ganz so schlanke"😜 Grenzbeamtin raus ...wir sollen sofort wieder ins Auto steigen ... Ohhhkay ... es werden die Pässe gescannt und gefragt wohin wir in Kanada wollen. Das war's.

 

Weiter geht's in Stewart einkaufen. Im Supermarkt gehen die Preise sogar noch ...aber bezahlen können wir nicht mit Karte (nur kanadische Debitkarte möglich) ...also in Bar🙄 ...könnt ja fast Deutschland sein.

Nächster Stop Tanke ...hmpf, der Tankstutzen bei der Dieselsäule ist nur für LKW's 👎 ...also erfolglos weiter zur Dump Station ... wenigstens das klappt ...Grauwasser entsorgen ...ganz wichtig, weil das stinkt. Und stinken tut's aber immer nur wenn man Zähne putzt und dort reinspült. Ansonsten nie! ...keine Ahnung was wir Menschen für üble Bakterien im Mund haben😠🤮.

Beim nächsten Kuss dran denken🥰🤪!

Auch Frischwasser gibts da, also nochmal den 50 ltr Tank der Käbbi und den Brauchwasser-Kanister füllen.

 

Wir fahren weiter ...über iOverlander haben wir eine Recration Site an dem kleinen See „Clement Lake" am Stewart-Cassiar Hwy gesehen. Tolle Meinungen gibts dazu auf iOverlander. Wir fahren hin ...vom Highway ab geht's auf Piste durch dunkelsten Wald. Aber ganz schön was los ...zu viel als wir ankommen ...eigentlich ganz schön so ist aber der Großteil des Platzes von „Partyvolk" besetzt. Neeee Danke!😕

Wir suchen weiter und finden einen Wildcampspot ...Hinter Bäumen mit mehreren möglichen Plätzen. Hier würden locker 5-6 Camper unterkommen ohne sich auf die Pelle zu rücken. Um uns rum erstrahlt schönstes Gebirgspanorama mit 3 Gletschern im letzten Sonnenlicht. Klasse Platz😃👍👍. (Heißt auf iOverlander Gravel Pit Valley) ...nur vor Bären sollten man aufpassen und entsprechend gewappnet sein.

Im nächsten offiziellen Camping dem „Meciadin Lake Campground" sind aktuell Zelte und Camper mit Zeltplane so wie wir nicht erlaubt.

Bei einem Kommentator ist wohl beim BBQ ein junger Grizzly aufmarschiert.

Bei uns bleibts dagegen ruhig ...die aufgebaute Wildlife-Cam nimmt jedenfalls nichts auf außer uns.

 

Wir grillen noch ...leider ist das Beef recht zäh ...dann gehts rein noch ein bisschen YouTube glotzen ...das wars wieder.

 

Sibi