
Tag-81 Cariboo Hwy
Bei gerade mal 11 Grad ist's ziemlich frisch als wir aufstehen. In der Sonne wirds rasend schnell wärmer. Bis zu 36 Grad wirds heut warm werden.
Es geht zurück ohne Barkerville anzuschauen. Barkerville ist eine Rekonstruktion der Goldgräberstadt, mit Schauspielern die das Leben „damals" (ist ja noch nicht so ewig lange her) nachspielen. 21,-CA$ + Steuer pro Person kostet ein Tagesticket ...zu viel um da nur mal durchzulaufen. Und wie bereits erwähnt, scheint das ganze sehr tourimäßig aufgezogen zu sein.
Wie Kunzi allerdings nachrecherchiert, gibts da sogar eine Forschungsgruppe um alles möglichst Detailgetreu wiederzugeben.
Sicherlich nicht uninteressant, aber ich hab’s lieber Original und Kunzi kann mit dem Goldgräberzeugs eh nicht ganz so viel anfangen wie ich.
Wir frühstücken ...mit richtigem Brot👍👍😃 ...das hat sogar ne Kruste und man muss beißen😜
Dann gehts zurück und machen wir kurz nach dem Ort Wells nochmals Stop in Stanley ...das war ein Ort der während des Goldrausches am Lightning Creek 1861 gegründet wurde. Das einzige Gebäude das noch steht ist das ehemalige Hotel, das aber inzwischen „Privat" (mit vielen großen Schildern wird man darauf jedenfalls hingewiesen) und so wie's aussieht auch renoviert ist. Ansonsten ist nur noch der Friedhof erhalten der von einem Verein gepflegt und erhalten wird. Eine große Tafel erzählt die Geschichten der hier Ruhenden und des Orts Stanley. Wenn ich's richtig gelesen habe, war Lil Crawford die letzte Bewohnerin hier, die 1993 starb.














In der Nähe wird gerade ein großes Schild an der alten Straße renoviert ...wir fragen die 3, ob es denn noch mehr von Stanley zusehen gibt. Leider nein, aber wie Kanadier so sind (freundlich und sehr redselig😃) ergibt sich wieder ein längeres Gespräch und wir bekommen wieder viele Tips. Unter anderem auch den auf Sea-to-Sky-Highway unserem letzten Abschnitt vor Vancouver ...bei jeder Gelegenheit die „Brake-Check"-Buchten (gibts überall in Nordamerika bei Gefällestrecken) zu nutzen und die Bremsen abkühlen zu lassen. So gibts wohl einen Abschnitt der 18 km am Stück mit 10-13 Grad Gefälle abwärts geht und hier auch schon einige aufgrund Bremsversagen gestorben seien.
Der Highway, der früher auch den Namen „Killer-Highway" weghatte, wurde ab 2000 aber erheblich entschärft.



Für uns geht's bei Quesnel erstmal zurück auf den Cariboo Highway. Aber erstmal noch einkaufen. Und ...unglaublich... wir bekommen hier zum ersten Mal richtige Laugenstangen und Bretzeln👍*yeah*. Auch ein „Black Forest"-Brot wird eingekauft.


Es geht auf dem Cariboo Highway der zur Zeit des Goldrausches entstanden ist nach Süden. Ganz einfallsreich wurden die Namen einfach nach dem Kilometer bzw. der Meile benannt ..so gibts den 108-Mile RV Park oder das 70-Mile Roadhouse usw.
Die Landschaft wird schnell ziemlich trocken und ist von Ranches geprägt. Da kommt gleich richtiges Westernfeeling auf. Es wird immer bergiger und schöner je weiter es nach Süden geht. Es ist so trocken, dass viele Felder und Weiden bewässert werden müssen.














Plötzlich bremst Kunzi ab und fährt ganz nach rechts ...Blaulicht hinter uns ...öhm ...der bremst auch ab und bleibt hinter uns😮 ...wir bekommen eine Aufforderung noch ein Stück vorzufahren (wo es sicherer ist) ...Ach du Scheiße 😮🙁 ...ok Motor aus, Fenster runter ...Hände ans Lenkrad. Wir wollen ja nicht erschossen werden. Ein Officer kommt daher ...Kunzi will gleich wissen ob wir etwas falsch gemacht haben ...er lächelt und „No, nothing" Puhhh *AngstSchweißVonDerStirnWisch*. Das ist ein Wildlife Conservation Officer (auch die sind hier schwer bewaffnet) und wir werden nach Waffen, Jagd-, Angel- und Fischfangausrüstung befragt, ob wir Wild oder Fisch dabeihätten (Alles zum Glück Neee) und wo wir herkommen ...dann wünscht er uns noch eine schöne Reise, stellt sich mit Fahrzeug so hin, dass wir wieder sicher auf den Highway können und das war's😃.
Gehts auf dem Cariboo Hwy noch relativ gerade entlang ists damit beim Abbiegen auf den Highway 99 vorbei (der heißt zuerst die Pavillion-Clinton Road, ab Lillooet dann Duffey Lake Road und ab Pemberton dann Sea-to-Sky Hwy).
Kurvig gehts direkt ins Gebirge. Leider ists ein bisschen trüb aber das Panorama ist einfach wieder gigantisch. Der Fraser River hat sich hier teils ziemlich tief in die Landschaft gegraben.
Bei Lillooet gehen wir auf den BC Hydro Seton Dam Campground ...der wird von der Kraftwerksgesellschaft kostenlos zur Verfügung gestellt. Duschen gibts nicht, aber immerhin fließend Wasser und Plumsklos. Es gibt eine große freie Fläche auf der wir uns aufbauen und viele schattige Plätze im Wäldchen. Auch wenn’s nichts kostet muss man sich trotzdem mit nem Zettel registrieren.
Spät abends fährt tatsächlich noch einer mehrfach Kontrolle über den Platz.👍
Auch wird vor einem aggressiven Puma in der Gegend gewarnt.













Es hat ziemlich zugezogen und Während wir bei schwülheißen Temperaturen vor uns hin schwitzen taucht ein E-Auto mit indischer Familie auf. Der fährt ein paarmal auf dem Platz hin und her ...dann wird telefoniert und es entsteht ...Little India. Ein Pickup-Truck mit Wohnwagen nach dem anderen taucht auf und es wird ne Wohnwagenburg aufgebaut ...und dazwischen Zelte 🙄
Wie oft schon beobachtet bleiben die Inder unter sich. Kommst z.B. in nen Supermarkt oder Tankstelle sind entweder alle Mitarbeiter Inder oder keiner.
Ein deutscher Auswanderer hat das am Anfang unsere Reise ja schonmal ...wenig positiv... geschildert. Die sind in den letzten Jahren massenhaft hier eingewandert aber bleiben unter sich und integrieren sich nicht in den Rest der Bevölkerung.
Hier allerdings muss man auch sagen: entgegen jeglicher Erwartung ist noch vor 22 Uhr Ruhe ...und dass trotz vieler Kinder👍🙂
Zum Essen gibt's panierte Käse-Makkaroni-Ecken mit kleinen gebratenen Töfften und, in Ermangelung an Creme fraiche oder Quark, einem Parmesan-Spinat-Dip. Dazu grüner Salat mit Paprika ...war lecker.👍
Wir sitzen noch ne ganze Weile draußen ...es geht inzwischen ein angenehmes Lüftchen und dann geht's auch schlafen. Alle Löcher werden dazu aufgerissen und der Lüfter angeschmissen ...so war's gut auszuhalten.
Der billige USB-Lüfter begleitet uns schon seit Griechenland und ist Gold wert. Auf Stufe 1 hört man ihn nicht und es weht trotzdem immer ein kleines Lüftchen um einen rum.


Sibi