
Tag-95 Lava Beds National Monument
Die ersten Sonnenstrahlen wecken uns ...leider nur das und nicht mehr, da sich gleich drauf flächendeckende Bewölkung vor die Sonne schiebt.
Nach dem Frühstück gehts los... fast zumindest ...wir haben mit den Camping-Nachbarn noch ein nettes Gespräch. So oft wie in Kanada wird man in den USA nicht angesprochen aber immer wieder gibt's welche die interessiert, woher, wie und wohin unsere Reise geht.
Irritierend hier ist aber, dass wir fast ausnahmslos jedes Mal gefragt werden wie unsere (oder die der Deutschen) Meinung zu den Amerikaner ist. Und es wird sich sogar teilweise für die Politik entschuldigt😮
Keine Ahnung was weltpolitisch gerade läuft ...wir lesen so gut wie keine News im Urlaub (schont die Nerven) ...aber es scheinen doch viele hier um den Ruf ihres Landes im Ausland besorgt zu sein.
Es geht jedenfalls los. Das Lava Beds National Monument ist eine durch Lavaflüsse geformte Landschaft, die hauptsächlich in den letzten 500000 Jahren durch Ausbrüche des Medicine Lake Vulkan entstanden ist. Es gibt nicht nur zahlreiche Krater und erloschene kleine Vulkane, sondern auch über 800 Höhlen die durch unterirdische Lavaflüsse entstanden sind.

In diverse Höhlen kann man rein ...dafür ist aber ein extra Permit fällig. Dieses gibt’s bereits beim Eintritt in den Park, nachdem man über das White-Nose-Syndrom aufgeklärt wurde.
Das ist eine Pilzerkrankung bei Fledermäusen, die bei Befall unweigerlich zu deren Tod führt. Die erst 2006 zum ersten Mal bei New York entdeckte Erkrankung hat sich inzwischen über einen Großteil von Kanada und der USA ausgebreitet und bereits Millionen Fledermäuse dahingerafft😢.
Der Park hier selbst ist frei davon und soll's auch bleiben. Ausrüstung die vorher in anderen Höhlen oder Minen benutzt wurde darf nicht in die Höhlen hinein.
Die längsten Höhlen bringen es bis auf 2000 m und teils mit mehr als einem Eingang. Die zugänglichen wurden in 3 Schwierigkeitsgrade eingeteilt.
Dabei kann man bei den Einfachen weitgehend aufrecht laufen, bei den Moderaten muss man schon mal den Kopf einziehen, längere Teile gebückt laufen oder auch mal über Felsen krabbeln. Die Schwierigen soll man in keinem Fall alleine erkunden ...auch kriechen auf allen Vieren ist hier angesagt😮.
Man soll Helme und lange Kleidung tragen, in jedem Fall aber braucht man gutes Licht und festes Schuhwerk. (Anstosskappen und Stirnlampen kann man wohl auch beim Visitor Centre kaufen)
Wir fangen mit der einfachen „Valentine Cave" an. Kunzi bekommt bereits nach dem ersten Viertel Angst und geht wieder raus. Da außer uns niemand da ist, bin ich nun ganz alleine. Der Boden ist durch die Lava ganz rau und es ist gar nicht so angenehm zu laufen. In der Höhle gibt's mehrere kleine Abzweigungen ...ich bleib auf dem großen Teil …je tiefer desto kleiner wird’s und als es nur noch gebückt weitergeht dreh ich wieder um. Tiere, egal ob Fledermaus, Insekten oder Puma's (die soll es in der Gegend geben ...und...öhm ...wie ich gerade im Internet nachlese leben die auch in Höhlen😮🤔) konnte ich keine sehen. Ganz cool aber schon mal.





Weiter geht's zum „The Golden Dome" einer moderaten Höhle. Für Kunzi ist bereits am Zugang Schluss ...über eine Leiter geht's in ein dunkles Loch runter. Hier geht’s auch gleichmal in 2 Richtungen weg ...ich lauf mal die lange Route bei der man sich nicht gleich bücken darf. Teils muss man hier über Felsbrocken, die von der Decke heruntergebrochen sind, klettern. Es geht weiter an zig niedrigen Abzweigungen vorbei ...man sollte sich besser grob einprägen von wo man hergekommen ist, bevor man in Panik ausbricht. Auch muss man öfters mal gebückt laufen.
Am Ende kommt ne größere feuchte Höhle ... die giftgelben Flechten an den Decken leuchten dabei durch die Wassertropfen die dran hängen im Licht der Stirnlampe wie glitzernde Goldadern ...das sieht mal richtig fett aus. 👍👍😃. Und daher wohl auch der Name der Höhle.
Als ich wieder zurückkomme fragt mich Kunzi ob mir jemand entgegen kam ...Öhm ne ...die sind in die andere Richtung wohl. Das sah mir aber schon von Anfang an zu niedrig aus ...die kamen wieder oben zurück ...offensichtlich geht’s da zu einem anderen Zugang.

(Die Bilder bringen es nicht rüber ...mit der Stirnlampe sieht das tatsächlich wie echtes Gold aus)
Wir fahren weiter zur „Skull Cave" ...die als einfach eingestufte Höhle ist mal richtig groß. Über Wege und Treppen geht’s immer tiefer runter. Auch hier ist irgendwann bei Kunzi Schluss. Am Ende führt die Höhle unterhalb der Großen oben darüber zurück und es geht noch tiefer.
Skull Cave ist eine Eishöhle und hier unten entstehen durch eindringendes Regenwasser Eiszapfen und Stalagmiten ...auch muss es einen gefrorenen See geben. Hin kann man nicht, der weitere Zugang ist hier abgesperrt wegen des wohl kritischen Zustand des Eises ...enttäuschend 🙁





Wir verlassen langsam den Park und ich lauf aber noch zum „Black Crater" ...einem kleinen Krater in der Nähe des Nordeingangs zum Park.

Es geht wieder auf dem selben Weg zurück wie wir zum Park gekommen sind bis zur Grenze Oregon/Kalifornien und biegen da auf die State Line Road nach Westen in Richtung Interstate 5. Der Name ist Programm ...die State Line Road führt schnurgerade auf der Grenze lang.
Dabei kommen wir am Lower Klamath National Wildlife Refuge, einem Vogelschutzgebiet, vorbei. Der Lower Klamath Lake ist ziemlich mit Gras zugewachsen ....aber auf den freien Seeflächen tummeln sich dermaßen viele Vögel, Enten, Reiher, Pelikane und keine Ahnung was noch alles, wie wir in unserem ganzen Leben noch nicht gesehen haben😮😍
Es geht ab auf die Interstate 5 nach Süden. Es folgt ...eine Kontrollstelle😮 ...wir werden gefragt ob und was wir für Früchte und Gemüse dabeihaben. Zwei Äpfel ist Kunzis Antwort. Das ist nicht gelogen ...aber auch nicht die ganze Wahrheit🙄. Äpfel sind ok und wir dürfen weiter. Ufff🤫
Nach Kalifornien darf man z.B. keine Zitrusfrüchte und auch so einige Gemüse sind je nach Herkunft verboten. Tomaten wiederum sind aber erlaubt.
Es geht weiter nach Süden ...tolle Landschaft und Aussichten gibts hier ...die Temperaturen klettern zeitweise bis auf 21 Grad *yuhuu*





Bei Mount Shasta geht’s ab auf die 89 Richtung Lassen Volcanic National Park.
Es wird wieder waldiger (wenn der nicht gerade durch Waldbrand dahingerafft wurde) ...kurz vor Erreichen des National Parks zieht’s zu und fängt an zu regnen. Mit 12 Grad wird’s auch schon wieder arschkalt. Wir gehen auf Manzanita Lake Campground im NP. Buchen kann man den nur Online ...da es kein Mobilfunkempfang gibt. machen wir das am freien WLAN beim Visitor Centre ...wenigstens gibt’s vom Platz immer ein Foto ...ich habe es gut rausgesucht ... die Lichtung am Platz ist für Starlink groß genug. Die Toiletten sind alt und da alles nass ist, sind die Böden auch ziemlich verdreckt. Duschen gibt’s auch ...allerdings nur ganz vorne an nem Gebäude namens „Camper Service". In iOverlander stand was von 1,75 $ für 3 Min. Ich geh noch vor dem Essen mit Quarters bewaffnet los zum duschen. Nach einem 700 m-Marsch steh ich vor der Dusche und muss feststellen, in iOverlander steht Müll! Die Tür ist mit Codeschloss gesichert, den gibt’s in nem Supermarkt und ka noch was für nem Laden daneben. Hmpf, die Quarters reichen nicht ...es ist auch grad niemand da, der einem evtl. den Code verraten könnte ...also 700 m zurück ...mehr Kohle holen und wieder 700 m vor. Bei einer unfreundlichen Type(👎) im Laden kaufe ich dann beide Codes (für Frauen ist nen anderer erforderlich ...nochmal 5,-$) ...die Duschen sind wie so oft bescheiden ...wenigstens kommt heißes Wasser.
Als ich zurück bin ...nach bald 3 km hin und herlaufen, weiß Kunzi den Code bereits ...vom Nachbarn🙄
Scheiß Camping halt. Es ist weiterhin nasskalt ...wir grillen Beef , der Lachs fliegt weg weil die Verpackung nicht richtig zu war. Gegessen wird drinne.
Bett aufbauen und Arrividerci😴
Sibi, an 9/11🙄